Von den Gemeindevertretern fehlten Maren Kapanke, Rüdiger Lau, Harald Peithmann und Gerhard Strübing entschuldigt. Dafür waren diesmal fast alle Stühle im Publikum besetzt.
Die Tagesordnung zählte 28 Punkte und verlangte neben Konzentration auch einiges an Sitzfleisch.
Im Bericht des Bürgermeisters fand sich u. A. folgendes:
- Mit den Arbeiten zur Errichtung des neuen Schulgebäudes geht es jetzt nach einigen Verzögerungen richtig los. Die Übergabe ist für die 49. Kalenderwoche geplant.
- Am Mittwoch fand eine Überprüfung der Freiwilligen Feuerwehr statt, bei der die Kameradinnen und Kameraden gut abschnitten. Unsere FFW ist Stützpunktfeuerwehr und braucht ein Fahrzeug mit Drehleiter. Kostenpunkt 600 000 Eu - sieht erst mal schlecht aus. Und wir haben zu wenig Nachwuchs. Leute, schickt eure Kinder zur FFW! Es ist ein Dienst an der Allgemeinheit und da lernen sie was Sinnvolles.
- Am Montag, dem 23. August ist im Gewerbegebiet Grundsteinlegung für den Bau der Firma „Rügenfisch“.
Zum Hauptthema der Einwohnerfragestunde entwickelte sich die Sache mit dem Wohnrecht der Gewerbetreibenden im Gewerbegebiet und hierzu hatten zwei der Betroffenen schriftlich um Rederecht ersucht. Die Gemeindevertreter billigten lediglich Herrn Schagun drei Minuten zu. Dieser erklärte, die Kleingewerbetreibenden mit Einliegerwohnung hätten ihr Gelände im Gewerbegebiet im Guten Glauben erworben, dort bis an ihr Lebensende wohnen zu dürfen. Er warf sowohl dem Bürgermeister als auch Herrn Achtenhagen als Geschäftsbesorger der Gemeinde vor, sie hierin getäuscht zu haben. Die Angelegenheit wurde unter Punkt 12 verhandelt und ich ziehe das Ergebnis vor: Der Bürgermeister verlas die Stellungnahme der Verwaltung in der Angelegenheit und daraus geht anderes hervor. Das Votum der Abgeordneten war eindeutig: Das Gebiet wird kein Mischgebiet; die Grundstücke haben überwiegend dem Zweck der Gewerbeausübung zu dienen; das Wohnrecht ist an die Ausübung des Gewerbes gebunden.
Für die Betroffenen eine harte Entscheidung. Aber der Gemeinde blieb angesichts der Fakten und der Folgen einer anderen Entscheidung keine andere Wahl.
- Eine Dame monierte, in Wohngebieten würden Firmenwagen oft über mehrere Tage hinweg die öffentlichen Parkplätze blockieren. Ihr wurde empfohlen, Anzeige beim Ordnungsamt in Gelbensande zu erstatten.
- Punkt 10 – Winterdienst: Den will nach dem letzten Winter keiner mehr machen. Bentwisch ist froh über das Angebot der Firma, die bislang dafür zuständig war.
- Punkt 11 – die Gemeindevertreter sprachen sich mit 5 : 4 Stimmen dafür aus, eine Fläche von 70 Hektar zwischen der Straße nach Goorstorf, der Ortsumgehung, der Straße zu Ruch und dem Süderholz zu einem „Vorbehaltsgebiet Gewerbe und Industrie“ zu erklären.
- Punkt 13 – Die Straße von der Schule zum Jungferndiek: Es könnte sich die Auffassung durchsetzen, dass man auf den Bau der Straße verzichtet und eine
intelligente Lösung des Problems sucht. Wegen einer halben Stunde täglich und dem Unvermögen einiger Eltern, ihre Kinder ohne Verzögerung zur Schule zu bringen, einfach mal für
60 000 Eu eine Straße bauen und dabei auch gleich paar Garagen mit abreißen? Ein (geistiges) Armutszeugnis! Die Sache wurde jedenfalls erst mal in die Ausschüsse zurück verwiesen.
- Punkt 14 – Die Gärten hinter unseren Häusern: Die Gemeindevertreter folgten einstimmig der Empfehlung des Hauptausschusses: Die Machbarkeitsstudie entfällt (gut 1500 Eu gespart), und die Pachtverträge bleiben unangetastet.
Das Amt in Bad Doberan stellte fest, dass Bauen auf dem Areal nicht genehmigungsfähig ist.
Kommentare zum Verhalten einiger Zeitgenossen im Zusammenhang mit der Angelegenheit spare ich mir.
- Punkt 16 – Der Ausbau der kurzen Verbindungsstraße zwischen dem NTK-Gebiet und der Stralsunder Straße verursacht Kosten von ca.
33 000 Eu.
- Punkt 17 – Zum Ausbau der Goorstorfer Straße wird es am 31. August um 18 Uhr im Gemeindezentrum eine Einwohnerversammlung geben. Dann will man auch schon ungefähre Angaben zu den entstehenden Kosten machen können.
Jan Zielke