Bentwisch (und ganz Mecklenburg-Vorpommern)

im Jahre 1953 von oben!

Faszinierend! Mit etwas Geduld und Zeit können Sie sich hier ein Bild davon machen, wie es bei uns kurz nach dem Krieg aussah - vor siebenundsechzig Jahren. Einfach Ortsnamen eingeben. Außerdem kann man dort die Liegenschaftsgrenzen abrufen.

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Dienstag, 17. September 2024

Der Tisch ist reich gedeckt!

 

Ergänzung 2. Oktober: Am vergangenen Montag brachte das 1. Programm der ARD unter dem Titel „Erlebnis Erde: Das Ende der Insekten?“ eine dreiviertelstündige wichtige, kluge und sehenswerte Sendung. Sie erreichen sie, wenn Sie HIER klicken. 

Freitag, 20. August 2010

Nachlese zur Sitzung der Gemeindevertretung vom 19. August

Von den Gemeindevertretern fehlten Maren Kapanke, Rüdiger Lau, Harald Peithmann und Gerhard Strübing entschuldigt. Dafür waren diesmal fast alle Stühle im Publikum besetzt.
Die Tagesordnung zählte 28 Punkte und verlangte neben Konzentration auch einiges an Sitzfleisch.

Im Bericht des Bürgermeisters fand sich u. A. folgendes:
- Mit den Arbeiten zur Errichtung des neuen Schulgebäudes geht es jetzt nach einigen Verzögerungen richtig los. Die Übergabe ist für die 49. Kalenderwoche geplant.
- Am Mittwoch fand eine Überprüfung der Freiwilligen Feuerwehr statt, bei der die Kameradinnen und Kameraden gut abschnitten. Unsere FFW ist Stützpunktfeuerwehr und braucht ein Fahrzeug mit Drehleiter. Kostenpunkt 600 000 Eu - sieht erst mal schlecht aus. Und wir haben zu wenig Nachwuchs. Leute, schickt eure Kinder zur FFW! Es ist ein Dienst an der Allgemeinheit und da lernen sie was Sinnvolles.
- Am Montag, dem 23. August ist im Gewerbegebiet Grundsteinlegung für den Bau der Firma „Rügenfisch“.

Zum Hauptthema der Einwohnerfragestunde entwickelte sich die Sache mit dem Wohnrecht der Gewerbetreibenden im Gewerbegebiet und hierzu hatten zwei der Betroffenen schriftlich um Rederecht ersucht. Die Gemeindevertreter billigten lediglich Herrn Schagun drei Minuten zu. Dieser erklärte, die Kleingewerbetreibenden mit Einliegerwohnung hätten ihr Gelände im Gewerbegebiet im Guten Glauben erworben, dort bis an ihr Lebensende wohnen zu dürfen. Er warf sowohl dem Bürgermeister als auch Herrn Achtenhagen als Geschäftsbesorger der Gemeinde vor, sie hierin getäuscht zu haben. Die Angelegenheit wurde unter Punkt 12 verhandelt und ich ziehe das Ergebnis vor: Der Bürgermeister verlas die Stellungnahme der Verwaltung in der Angelegenheit und daraus geht anderes hervor. Das Votum der Abgeordneten war eindeutig: Das Gebiet wird kein Mischgebiet; die Grundstücke haben überwiegend dem Zweck der Gewerbeausübung zu dienen; das Wohnrecht ist an die Ausübung des Gewerbes gebunden.
Für die Betroffenen eine harte Entscheidung. Aber der Gemeinde blieb angesichts der Fakten und der Folgen einer anderen Entscheidung keine andere Wahl. 
- Eine Dame monierte, in Wohngebieten würden Firmenwagen oft über mehrere Tage hinweg die öffentlichen Parkplätze blockieren. Ihr wurde empfohlen, Anzeige beim Ordnungsamt in Gelbensande zu erstatten.

- Punkt 10 – Winterdienst: Den will nach dem letzten Winter keiner mehr machen. Bentwisch ist froh über das Angebot der Firma, die bislang dafür zuständig war.
- Punkt 11 – die Gemeindevertreter sprachen sich mit 5 : 4 Stimmen dafür aus, eine Fläche von 70 Hektar zwischen der Straße nach Goorstorf, der Ortsumgehung, der Straße zu Ruch und dem Süderholz zu einem „Vorbehaltsgebiet Gewerbe und Industrie“ zu erklären.
- Punkt 13 – Die Straße von der Schule zum Jungferndiek: Es könnte sich die Auffassung durchsetzen, dass man auf den Bau der Straße verzichtet und eine intelligente Lösung des Problems sucht. Wegen einer halben Stunde täglich und dem Unvermögen einiger Eltern, ihre Kinder ohne Verzögerung zur Schule zu bringen, einfach mal für
60 000 Eu eine Straße bauen und dabei auch gleich paar Garagen mit abreißen? Ein (geistiges) Armutszeugnis! Die Sache wurde jedenfalls erst mal in die Ausschüsse zurück verwiesen.
- Punkt 14 – Die Gärten hinter unseren Häusern: Die Gemeindevertreter folgten einstimmig der Empfehlung des Hauptausschusses: Die Machbarkeitsstudie entfällt (gut 1500 Eu gespart), und die Pachtverträge bleiben unangetastet.
Das Amt in Bad Doberan stellte fest, dass Bauen auf dem Areal nicht genehmigungsfähig ist.
Kommentare zum Verhalten einiger Zeitgenossen im Zusammenhang mit der Angelegenheit spare ich mir.
- Punkt 16 – Der Ausbau der kurzen Verbindungsstraße zwischen dem NTK-Gebiet und der Stralsunder Straße verursacht Kosten von ca.
33 000 Eu.
- Punkt 17 – Zum Ausbau der Goorstorfer Straße wird es am 31. August um 18 Uhr im Gemeindezentrum eine Einwohnerversammlung geben. Dann will man auch schon ungefähre Angaben zu den entstehenden Kosten machen können.

Jan Zielke

Montag, 16. August 2010

Vorschau zur Sitzung der Gemeindevertretung am 19. August 19:00 Uhr

Die Liste der Tagesordnungspunkte ist wieder ellenlang – insgesamt 28 Punkte. Hier einige Auszüge:
- Punkt 12 beschäftigt sich mit einem Teil des Gewerbegebietes, in dem viele kleinere Gewerbetreibende angesiedelt sind und die dort auch wohnen. Sie haben eine Bürgerinitiative gebildet und wollen, dass ihr Bereich in ein Mischgebiet umgewandelt wird. Dadurch würden sie auch nach Ende ihrer geschäftlichen Tätigkeit dort wohnen bleiben können. Die Sache ging schon durch die Presse.
- Unter Punkt 15 sind unsere Gärten wieder dran. Die Sache läuft unverändert unter „Beschluss der Gemeinde über die Beauftragung einer Voruntersuchung über (die) grundsätzlichen Realisierungsaussichten eines B-Planes für das Gebiet der ehemaligen Kleingärten hinter der vorhandenen Bebauung der Straße Im Wiesengrund“. Der Beschlussvorschlag 4 beinhaltet das, was ich am 6. August zur Einwohnerversammlung/Hauptausschusssitzung vom Vortag geschrieben habe. Vielleicht findet ja der eine oder andere die Zeit, um die Beratung und Beschlussfassung in der für uns so wichtigen Angelegenheit mit zu verfolgen. Wortmeldungen sind dann allerdings nicht möglich.
- Die Vergabe der Winterdienstleistungen für das Gewerbegebiet steht an. Hier zeigten sich im letzten Winter Schwächen.
- Weiterhin sind einige Planungs- und Bauleistungen zu vergeben.

Jan Zielke

Montag, 9. August 2010

Fortsetzung „Gärten“

Das war nur der Anfang
Ich hatte gehofft, dass es das mit den Gärten nun erst mal gewesen wäre. Aber wie es so ist:
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben …
Nein, ich bin nicht der Frömmste. Aber ich gebe mir Mühe, mit anderen Menschen klar zu kommen, was mir sicher nicht immer gelingt.

Was die Sache mit den Pachtgärten hinter unsern Häusern betrifft: Klar sind wir unmittelbar betroffen. Betroffen sind aber auch die sechzehn anderen Pachtparteien. Wer es immer noch nicht begriffen hat lese noch mal genau nach.
Ich habe mich also nicht nur dafür eingesetzt, dass wir weiter pachten können, sondern dass auch den anderen Pächtern ihre Gärten erhalten bleiben. Der Vorwurf, ich dächte nur an meinen Vorteil, ist also unfair.
So weit zur Vorrede.

Heute am frühen Nachmittag schlägt meine Frau Alarm. Unser Gartennachbar Burchard Klammer – der Nachbar, der auch bauen will, dessen Grundstück aber zu klein ist und der deshalb unsere 100 Quadratmeter und Gelände eines anderen Nachbarn dazu haben möchte – ist mit der Kettensäge zugange und rodet die ca. 20 Meter lange Hecke zwischen seinem und unserem Grundstück.
Im ersten Moment dachte ich daran, ihm mit dem Rechtsanwalt zu kommen. Da konnte der Herr Klammer nur lachen. Die Grenzsteine, die bei der vor einigen Jahren erfolgten Vermessung gesetzt wurden, gaben ihm klar Recht. Es ist seine Hecke. Heute machte er wahr, was er mir schon mal vor zwei Jahren angedroht hatte. Und diesmal half auch kein inständiges Bitten meiner Frau mehr.

Ich hätte die Leute aufgehetzt, begründete Herr Klammer seine Strafaktion.
Er sagte aber auch, dass er unser Grundstück schon noch kriegen würde, und wenn er zehn Jahre warten müsste. Und das wird es wohl sein.

Die Entscheidung, ob wir einen Zaun setzen oder nicht, machen wir von der Entscheidung unserer Gemeindevertretung über unsere Gärten abhängig. Mal schauen.    Jan Zielke
Nun ist sie fast ganz weg - 10. August, 09.30 Uhr

Samstag, 7. August 2010

Sehr geehrter Herr Fischer! (Antwort auf den Kommentar von 7. August 01:33 Uhr)

Schauen Sie doch bitte mal in meine „Foren-Regeln“ rein. Da steht, dass ich all denen, die sich zu wasweißichnichtalles öffentlich äußern oder darüber diskutieren oder berichten möchten, ein Forum bieten will. Leider bin ich derzeit fast der einzige, der Beiträge schreibt. Ich hätte mir übrigens auch gewünscht, dass sich Leser, die in der Gartenangelegenheit eine gegenteilige Meinung vertreten als ich, hier mit fundierten Beiträgen und Kommentaren zu Wort gemeldet hätten.

Mit dem Blog eine Zeitung ersetzen zu wollen war nie mein Ziel, und das wäre auch vermessen. Und ich habe ganz sicher noch anderes – für mich sogar angenehmeres - zu tun, als stundenlang vor dem Rechner zu sitzen.

Wenn Sie von „offenen und versteckten Beleidigungen“ sprechen: bitte genaue Ansage! Wann habe ich wen in diesem Blog beleidigt?
Richtig ist, dass ich hin und wieder in Kommentaren angegriffen werde. Dass es die Schreiber meist anonym tun qualifiziert sie entsprechend.
Ich werde jedoch in diesem Blog weder Beiträge noch Kommentare akzeptieren, in denen dritte Personen unsachlich angegriffen oder beleidigt werden, ganz gleich, wie ich selbst zu ihnen stehe.

Weshalb sollte ich diese Plattform nicht nutzen, wenn es in siebzehn Gärten hinter unseren Häusern brennt? Soll ich stattdessen von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung rennen und den Leuten meterweise Papier in die Hände drücken und stundenlange Gespräche führen?

Sie wünschen sich „Informationspolitik statt Meinungspolitik“. Werter Herr Fischer: Ich habe eine Meinung, die - eine Binsenweisheit - falsch sein kann. Und vielleicht interessiert diese Meinung auch nur eine Handvoll Leute – zu denen Sie nicht gehören müssen. Diese paar Leute lesen das und machen sich ihren Reim darauf. Und die Millionen anderen im Netz müssen sich meine Meinung nicht antun. Die haben dann vielleicht ihr eigenes Blog.
Das World Wide Web machts möglich.

Jan Zielke

Freitag, 6. August 2010

Einwohnerversammlung am 5. August

Vielen Dank für Ihr zahlreiches Erscheinen und das Aushalten trotz des einsetzenden Regens.
Und Dank auch dem Bürgermeister und den Gemeindevertretern für ihr Kommen.
Es könnte was gebracht haben. Bindende Beschlüsse werden aber erst in der GV-Sitzung am 19. August gefasst.
Um es kurz zu machen: In der gestrigen Sitzung des Hauptausschusses, die im Anschluss an die Einwohnerversammlung stattfand, einigten sich die Ausschussmitglieder auf folgendes:
Der Bürgermeister bekommt den Auftrag, im Bauamt in Bad Doberan klären zu lassen, ob denjenigen, die gern bauen möchten, Baurecht gewährt werden kann.
Weiterhin will die Gemeinde sicherstellen, dass bestehende Pachtverhältnisse nicht angetastet werden - auch dann nicht, wenn einer der Bauwilligen bauen darf und angrenzendes Pachtland dazu kaufen will.
Schauen Sie sich die nachfolgende Beschlussvorlage an. Dann wissen Sie, dass gestern nicht nur Missverständnisse ausgeräumt werden mußten.     Jan Zielke


Samstag, 31. Juli 2010

Gärten IV

(Antwort auf die Kommentare vom 31. Juli)
Sehr geehrte Fam. Klammer!
Ihre Anspannung kann sich lösen.
Ich werde versuchen, auf die von Ihnen aufgeführten Punkte einzugehen:

1. Es geht nicht nur um die Gärten von Herrn Kliesch und uns. Die Machbarkeitsstudie, die die Gemeindevertretung im Auge hat, betrifft das gesamte Gelände zwischen den Häusern an der Stralsunder Straße, den Grundstücken Am Wiesengrund, denen am Klein Bartelsdorfer Weg bis und einschließlich dem der Familie Seriot. Für diese Fläche soll ermittelt werden, ob und wenn ja 1. wie ihre Erschließung erfolgen kann und 2. wie viele Baugrundstücke auf ihr untergebracht werden können (nachzulesen in meinem Beitrag vom 14. Juni). Baugrundstücke können logischerweise auch mehrere bislang gepachtete Gärten sein, die zusammen ein ordentliches Stück Land für ein Häuschen hergeben.

2. schreiben Sie, „Es hieß damals kaufen geht vor pachten“.
Das sollten Sie schon schriftlich haben.
Ich zitiere aus dem Beschluss der GV Bentwisch vom 05.06.2003 zu dieser Problematik: „Die Gemeindevertretung Bentwisch beschließt, die Gartenflächen, gelegen auf dem Flurstück 80/63 der Flur 4, Gemarkung Bentwisch, an die jeweiligen Pächter zu verkaufen.“………“Für alle Pächter, die die gepachtete Fläche nicht kaufen, bleibt der bestehende Pachtvertrag unter den vereinbarten Bedingungen bestehen“ (steht auch schon in dem Beitrag vom 20. Juli 2010).
Ein vorrangiges Recht für Käufer kann ich hier nicht erkennen.

3. „Er kann sein Stück Garten ja kaufen !!!!!!“ – Bitte mal in „Gärten II“ vom 24. Juli reinschauen! „Er“ (ich) war am 15. Juli – einen Tag nach der Bauausschusssitzung im Amt und hat einen Kaufantrag gestellt. Nach der Sitzung übrigens, werte Frau Klammer, in der Sie sagten, Sie würden bauen wollen, und Sie hätten bereits versucht, Land zusätzlich zu erwerben.
Hierzu ist aber noch was zu sagen, und das habe ich auch schon in dem Beitrag vom 24. Juli deutlich zu machen versucht: Es kann eben nur derjenige kaufen, dem vom Eigentümer des Grundstückes, über das der Garten zu erreichen ist, das Wegerecht eingeräumt wird. Eine Nachbarfamilie hat es 2007 versucht – die Verweigerung des Wegerechts durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kam prompt, und nichts war mit kaufen. Und so ist es mit allen, die ihre Gärten über die Höfe hinter unseren Häusern erreichen.

Übrigens ist das mit dem Wegerecht ein alter Hut. Es wäre bei uns schon 2003 nichts mit kaufen geworden. Wir haben uns nur nicht drum gekümmert, weil es uns nicht interessierte. Wir vertrauten schlicht auf die Entscheidung der damaligen Gemeindevertretung.

4. „Er geht uns aus dem Weg …..,“: Ich gehe Ihnen nicht aus dem Weg. Ich weiß nur, dass Sie in einem anderen Boot sitzen und in eine andere Richtung fahren.
Und Sie können es mir glauben: Meine Frau und ich waren in der Vergangenheit und sind unverändert an einer sachlichen und rücksichtsvollen Nachbarschaft interessiert.

Jan Zielke

Mittwoch, 28. Juli 2010

Gärten III

Liebe Gartennachbarinnen und Gartennachbarn !
Die Gemeindevertretung hat unsere Einladung angenommen. Die Zusammenkunft findet am Donnerstag, dem 5. August um 18 Uhr statt. Treffpunkt: hinter dem Häuserblock Stralsunder Straße 10/11. Bitte kommen sie zahlreich und bringen Sie all Ihre Familienmitglieder mit, für die Ihr Garten unverzichtbar ist.
Wir brauchen keine Erschließung des Geländes, denn wir kommen auch so in die Gärten.
Wer wissen will, wie viele Einfamilienhäuser dort hin passen, wo unsere Gärten sind, will sie auch bauen. Deshalb muss die Gemeinde auf die Machbarkeitsstudie verzichten. Das Geld dafür ist woanders besser angelegt.     Jan Zielke

Samstag, 24. Juli 2010

Gärten II

In der Bauausschusssitzung am 14. Juli (Nachlese siehe unten) gab Volker Keller (Freiwillige Feuerwehr) rotzfrech den guten Rat, wem sein Garten lieb und teuer ist, der solle das Grundstück doch kaufen.

Am nächsten Tag saß ich Herrn Schülke im Amt gegenüber und der nahm mein Kaufgesuch zu Protokoll.

Das Amt arbeitete schnell. Die Antwort von Frau Zastrow können sie oben nachlesen (auf das Bild klicken, bis es die richtige Größe hat).
Die Frau Zastrow ist eine erfahrene Mitarbeiterin des Amtes, die weiß, was sie schreibt. Deshalb erstaunt mich der Unsinn: Die Gemeinde hat eben noch keine Studie in Auftrag gegeben! Der Bauausschuss empfahl am 14. Juli der Gemeindevertretung, sie möge für die Erarbeitung den Auftrag erteilen. Und eben diese Gemeindevertretung tagt erst am 19. August!
Oder sind in Bentwisch neuerdings bereits die Empfehlungen des Bauausschusses bindend?

Was Frau Zastrow uns aber hätte schreiben können wäre, dass man an uns mangels des Leitungs- und Wegerechts voraussichtlich gar nicht verkaufen darf. Das wäre dann nicht nur korrekt, sondern auch bürgerfreundlich gewesen. Hierfür hätte mir als Vorausinformation sogar ein kurzer Anruf oder eine Email genügt.

Und die dreiste Bemerkung des schlauen Volker Keller, die Leute sollten doch kaufen, wenn ihnen das Grundstück so wichtig ist? Hat er als langjähriger Gemeindevertreter das mit dem Wegerecht nicht gewusst? Man kann nicht alles wissen? Stimmt! Öfter mal dran denken, Volker! Auch wenn es schwer fällt.

Wenn das Planungsbüro einen Weg für die Erschließung des Geländes findet, dann entsteht für uns mit unseren 100 Quadratmetern Gartenland folgende Situation: Wir können mangels Leitungs- und Wegerechtes unser Grundstück nicht kaufen. Aber das Grundstück unseres Nachbarn hinter der Hecke ist erschlossen und seit 2003 gehört es ihm. Er möchte bauen, nur ist der Platz dafür zu knapp. Er hat bereits in der Vergangenheit (vergeblich) versucht, Pachtland von Nachbarn zusätzlich zu erwerben – es kommen nur zwei in Frage. Diese Versuche könnten in Zukunft erfolgreich sein.
Nichtwahr, Herr Peithmann?

Jan Zielke

Dienstag, 20. Juli 2010

Unsere Gärten

(siehe die beiden Beiträge zur letzten Bauausschusssitzung
vom 14. Juni)
Ich habe den Beschluss zur Vorlage VBA/948/397/2003/GBE vom 05.06.2003 zu den Gärten hinter unseren Häusern gefunden und werde ihn nachfolgend kommentarlos zitieren (Tippfehler habe ich korrigiert): Die Gemeindevertretung Bentwisch beschließt, die Gartenflächen, gelegen auf dem Flurstück 80/63 der Flur 4, Gemarkung Bentwisch, an die jeweiligen Pächter zu verkaufen.
Zur Ermittlung des Kaufpreises ist die Erstellung eines Wertgutachtens beim Gutachterausschuss für Grundstückswerte beim Landkreis Bad Doberan in Auftrag zu geben.
Die endgültige Finanzierung des Wertgutachtens in Höhe von ca. 1000 Eu erfolgt aus den Einnahmen des Verkaufs der Gärten. Die Vorfinanzierung erfolgt aus der Rücklage.
Alle mit dem Grundstückskauf im Zusammenhang stehenden Kosten wie z.B. Vermessung, Notarkosten, Gebühren Grundbuchamt und alle Kosten für die Eintragung einer Grunddienstbarkeit trägt der Käufer.
Für alle Pächter, die die gepachtete Fläche nicht kaufen, bleibt der bestehende Pachtvertrag unter den vereinbarten Bedingungen bestehen.
Abstimmungsergebnis:
Gesetzliche Anzahl der Vertreter: 10
davon anwesend: 10
Zustimmung: 9
Ablehnung: 1
Enthaltung: 0


Jan Zielke

Donnerstag, 15. Juli 2010

Nachlese zur Bauausschusssitzung vom 14. Juli


Zwischendurch in der Bestätigung der Sitzungsniederschrift fiel wie nebenbei die Bemerkung, die Gemeinde verzichte auf die Beseitigung des Biotops zwischen dem Amselstieg und der Hasenheide. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass die Zufahrt zum Sportkomplex an dieser Stelle entfällt. Die Anwohner wird es freuen.

Zur Verkehrsberuhigung im Wohngebiet an der Hasenheide soll die Geschwindigkeitsmessanlage aus dem Kleinbartelsdorfer Weg dorthin umgesetzt werden. Hierzu machte Harry Kleist erneut den Vorschlag, weitere Messanlagen für den Ort anzuschaffen.

Verbindung NTK-Gebiet – Stralsunder Straße: Sie soll gepflastert und abgepollert werden. Die Sperre wird nur im Notfall entfernt. Die Garagen auf der aus Richtung Stralsunder Straße gesehen linken Seite werden abgerissen, die Fläche, auf der sie stehen, vermarktet.

Fuß- und Radweg Am Berg (siehe Bild): Harry Kleist und Manfred Malik forderten als erste Maßnahme die Vermessung der Grundstücksgrenzen, um so eine Basis zu haben, auf der man arbeiten kann. Abgeschmettert! Die Notwendigkeit eines solchen Weges wurde von allen Ausschussmitgliedern gesehen. Die Herren Peithmann, Nagel und Keller meinten jedoch, die Anlieger seien wegen der zu erwartenden umlagefähigen Kosten dagegen (seit wann werden denn Bürger in Bentwisch bei sowas gefragt?! – siehe nächster Punkt „Kleingärten“). Dabei beriefen sie sich auch auf eine Erhebung von Herrn Malik, die dieser bei Anwohnern – jedoch nicht bei den Bewohnern der Mehrfamilienhäuser! - gemacht hatte. Im Vorfeld der Bauauschusssitzung im September soll es eine Einwohnerversammlung zu dem Thema geben, auf der Befürworter und Gegner eines Fuß- und Radweges ihre Argumente austauschen können. Volksabstimmung in Bentwisch? Ganz was neues.

Wohnbebauung der Kleingärten zwischen den „Radiocon“-Häusern und dem Wiesengrund: Der Gemeindevertretung wird empfohlen, die Machbarkeitsstudie anfertigen zu lassen. Herrn Peithmanns Argumente für die Überplanung: die Gemeinde will Ordnung in die Verhältnisse bei den ihr gehörenden Grundstücken bringen; Häuslebauer sind zu unterstützen; man kündige schließlich auch Pachtverhältnisse über Garagen, wenn diese Straßenbauvorhaben im Wege stehen.
Ich ließ mir meine Befürchtung bestätigen, dass dann auch Pächter, die weiter Pächter bleiben möchten, aber deren Nachbar ihr Grundstück kaufen will, mit einer Kündigung rechnen müssen. Volker Keller von der Freiwilligen Feuerwehr: Wem seine 100 Quadratmeter wichtig sind soll sie doch kaufen. Was Gärten für die Lebensqualität von Menschen bedeuten und dass viele von uns einfach nicht das Geld haben, war kein Thema.

Im Gewerbegebiet gibt es ne Menge Straßenschäden. Ursache hierfür sind vermutlich Baumängel.

Jan Zielke

Samstag, 10. Juli 2010

Vorschau zur Bauausschusssitzung am 14. Juli um 18.30 Uhr


Auch diesmal sind wieder einige interessante Punkte auf dem Programm.
So wird der Planer Muderak zur Verkehrsberuhigung im Wohngebiet an der Hasenheide vortragen.

Das sogenannte NTK-Gebiet ist nur über den Birken- und den Gartenweg zugänglich. Sollte die Goorstorfer Straße – aus welchen Gründen auch immer – gesperrt werden müssen, gibt es im NTK-Gebiet kein Rein und Raus mehr. Für diesen Notfall soll das kurze Verbindungsstück vom NTK-Gebiet zur Stralsunder Strasse zwischen den Häusern Stralsunder Strasse Nr. 67 und 68 hindurch als Zufahrt ausgebaut werden. Der Durchgangsverkehr wird durch Poller verhindert. Auch zu diesem Thema wird Herr Muderak sprechen.

Die Tagesordnungspunkte 9 und 11 haben mit dem fehlenden Rad- und Gehweg an der Straße am Berg zu tun.

Vom Tagesordnungspunkt 12 „Diskussion über die Möglichkeit der Wohnbebauung in dem Gebiet der ehemaligen Kleingärten hinter der vorhandenen Bebauung Im Wiesengrund über einen B-Plan“ bin ich persönlich betroffen. Hierzu muss ich etwas ausholen und dafür reichen auch nicht nur ein oder zwei Sätze: Es geht um die Gärten (weshalb eigentlich „ehemalig“? - ein Freudscher Versprecher? - alles schon in Sack und Tüten?) zwischen den sogenannten „Radiocon“-Häuserblöcken Stralsunder Str. 10 bis 11b, in denen auch wir wohnen und den Häusern Am Wiesengrund (ein Ausschnitt siehe Foto). Das Thema hatten wir schon mal im Frühjahr 2003. Damals stand die Ankündigung des Bauausschussvorsitzenden Peithmann (“Abschlepp-Harry“) im Raum, es gäbe für das von 24 Pächtern genutzte Areal mit Gärten und Gartenhäuser mehrere Interessenten, die dort in Wohnbebauung investieren wollten. Das schlug hohe Wellen und löste unter uns Betroffenen einigen Protest aus. Auch die OZ berichtete darüber. Letztlich lenkte die Gemeinde ein (woran der damalige Interimsbürgermeister Rüdiger Lau entscheidenden Anteil hatte) und stellte es den Pächtern frei, ihre Grundstücke entweder weiter zu pachten oder aber zu kaufen. Hierzu gibt es einen Beschluss, den, wenn ich mich recht erinnere, alle damals anwesenden Gemeindevertreter mit trugen. In der Folge erwarben einige Pächter die von ihnen genutzten Grundstücke, während es bei den anderen blieb wie gehabt.

In diesem Frühjahr nun ging im Amt die Voranfrage von Leuten ein, die auf ihrem Grundstück ein Wohnhaus bauen möchten. Das Amt bearbeitete die Anfrage ordnungsgemäß und empfahl der Gemeindevertretung die Ablehnung, weil man das Grundstück für den Verkehr nicht für ausreichend erschlossen hielt. Die GV beschloss daraufhin, dem Antrag dann zuzustimmen, wenn eine ordentliche verkehrliche Anbindung gewährleistet wäre. Da fiel dem Bauausschussvorsitzenden Peithmann ein, man könne das gesamte Gebiet doch noch mal überplanen. Hierzu wurde bei dem Architekturbüro Dipl.-Ing. Reinhard Böhm schon mal ein Kostenvoranschlag für eine Machbarkeitsprüfung angefordert. Das Angebot vom 06.07.2010 liegt mir vor: Herr Böhm verlangt für den „Grobentwurf einer zukünftigen Bebauung für die Prüfung der Erschließungsbedingungen sowie für die Darstellung der Anzahl möglicher Baugrundstücke“, die „Prüfung der Eigentumsverhältnisse“, die „Ausarbeitung der Unterlagen …“, die „Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen …“ 1 579,37 Eu.
Es geht also wieder los.

Was ist es, was Herrn Peithmann als dessen Spiritus rector zu diesem bösen Spiel treibt? Braucht die Gemeinde dringend neue Bauplätze oder die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen? Doch wohl nicht. Oder ist es bloße Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft denjenigen gegenüber, die ein Häuschen bauen wollen? Wo bleibt aber sein Mitgefühl mit den anderen Gartenbesitzern, die dann ihre grüne Oase verlieren? Sind es vielleicht persönliche Interessen - möchte er selbst oder jemand aus seinem Umkreis investieren? Oder hat er gar die Entscheidung von 2003 als persönliche Niederlage empfunden und möchte sie nun wieder wett machen?

Bentwisch ist „Wirtschaftsfreundlichste Kommune Mecklenburg-Vorpommerns 2010“ geworden. Eine merkwürdige Auszeichnung. Auch wirtschaftliche Betätigung ist dem Gemeinwohl verpflichtet. Kein Wort davon in der Wettbewerbsausschreibung (Download)! Ohne unseren Gewerbetreibenden, Gemeindevertretern und Mitarbeitern des Amtes zu nahe treten zu wollen – viele von ihnen kenne und schätze ich: Diese Kriterien erfüllt eine Truppe von Raubtierkapitalisten in Zusammenarbeit mit einer korrupten Verwaltung und gekauften Abgeordneten spielend. Ein Titel, der nicht an ethische Grundsätze und moralisches Handeln gebunden ist, hat keinen Wert. Mit einer „Bürgerfreundlichsten Kommune“ kann ich was anfangen. Und wirtschaftsfeindlich müsste die auch nicht sein, denn Bürger brauchen Arbeit und ein Einkommen, und ein Gemeinwesen braucht Steuereinnahmen, um zu funktionieren. All das geht nicht ohne tüchtige Unternehmer.

Um den Titel „Bürgerfreundlichste Kommune“ jedenfalls, gäbe es ihn denn, würde sich Bentwisch wohl vergeblich bemühen.

Jan Zielke